Über 50 Millionen Kraftfahrzeuge sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Die Fahrt auf den Autobahnen wird tagtäglich zur Zerreißprobe. Besonders bei längeren Touren ist der Stresspegel hoch und auch die Wut kann einmal hochkochen. Der Magen knurrt, die Kinder quengeln, derzeit aktuelle Staus sind nicht zu vermeiden, die Sonne brennt und plötzlich dringt auch noch ein undefinierbares Rattern und Klappern aus dem Motorraum. Dies zieht nicht selten einen unfreiwilligen Stopp an der nächsten Raststätte nach sich.



Fehlersuche leicht gemacht

Am Rasthof angekommen, kann die Familie zunächst mit Snacks und Getränken versorgt werden. Das jüngste Familienmitglied erhält neue Windeln und die Kinder finden auf dem Spielplatz neue Freunde. Für den Fahrer selbst bietet sich dagegen wenig Entspannung, denn dieser muss sich nun an die Fehlersuche machen.

Geräusche im Motorraum können durch den Antrieb, das Fahrwerk oder die während der Fahrt erzeugten Vibrationen ausgelöst werden. Am einfachsten lassen sich die störenden Geräusche orten, wenn der Kofferraum leer geräumt wird. Dies ist zwar mit etwas Aufwand verbunden, lässt sich aber am Rasthof gut bewerkstelligen. Von Vorteil ist eine Parkmöglichkeit in der Nähe von Tischen und Stühlen. Damit bieten sich genügend Ablageflächen.

Ist das Geräusch auch im Stand bei laufendem Motor zu hören, lassen sich das Getriebe, die Bremsen, Achsen oder Antriebswellen als mögliche Ursache ausschließen. Wird das Geräusch mit steigender Drehzahl stärker, sind möglicherweise die Lichtmaschine oder der Kurbeltrieb die Ursachen.

Lässt sich das Geräusch nur beim Bremsen vernehmen, wurde vermutlich die Wartung älterer Fahrzeuge vernachlässigt und die Bremsbeläge sind abgenutzt oder der Bremskraftverstärker zeigt Mängel.

Motorkiller Steuerkette

Eine häufige Ursache für unfreiwillige Rasthof-Aufenthalte liegt in einer defekten Steuerkette. Damit müssen alle Reisenden rechnen, denn es lässt sich keine Vorsorge treffen. Die Steuerkette reißt bei laufendem Motor und ohne Vorwarnung. Ist die Steuerkette außer Gefecht gesetzt, fallen auch die Nockenwelle und die Ventile aus, nicht so der Motor. Dieser läuft unbeirrt weiter und demoliert alle Fahrzeugteile, die ihm im Wege stehen. Häufig entstehen mit einem hohen Reparaturaufwand verbundene Motorschäden.

Daher sollte die nächste Raststätte unverzüglich angefahren werden, wenn es im Motorraum klappert. Motorlaufstörungen lassen sich auch feststellen, wenn die Steuerkette nicht komplett gerissen, sondern nur übergesprungen ist. Eine Reparatur der defekten Steuerkette wird auch hier fällig, allerdings mit deutlich weniger Aufwand. Wer seinen Wagen regelmäßig durchchecken lässt, hat häufig Glück und die Schäden an der Steuerkette fallen unter die Garantie oder werden als Kulanzleistung behandelt.

Für viele Autofahrer endet der unfreiwillige Stopp an der Raststätte mit weniger guten Nachrichten und womöglich droht das Ende der geplanten Urlaubsreise. Ist die Steuerkette gerissen, muss nicht selten ein neuer Motor eingebaut werden, weil sich die Reparatur finanziell nicht lohnen würde.

Schwierige Diagnose

Nicht immer lassen sich die klappernden Geräusche klar dem Motorraum zuordnen. Es kann sich auch um Schäden an Antrieb oder Fahrwerk handeln. Wer von Pannen dieser Art betroffen ist, sollte die nächste Raststätte anfahren und (wenn entsprechend versichert oder im ADAC) die Pannenhilfe kontaktieren, welche sich den Wagen genauer ansieht.

Die meisten Raststätten an deutschen Autobahnen sind auch auf längere Aufenthalte eingerichtet und haben rund um die Uhr geöffnet. Kinderspielecken, modernste Sanitäranlagen und umfangreiche gastronomische Leistungen helfen, die Wartezeit zu überbrücken und Familien mit Kindern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

 

Foto: Pixabay.com

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen