Der Steckertyp ist ein wichtiges Kaufkriterium bei der Wallbox. | Pixabay.com © whodol Public Domain

Beim Kauf einer Wallbox stehen Autofahrer vor vielen Fragen: Welches Modell passt am besten zu meinem Elektroauto und meinen Ladegewohnheiten? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Typen und Leistungen? Und worauf sollte bei der Installation besonders geachtet werden? Eine Wallbox zu Hause bedeutet nicht nur zusätzlichen Komfort und Unabhängigkeit vor öffentlichen Ladestationen, sondern auch eine effizientere und oftmals günstigere Art, das eigene Fahrzeug aufzuladen. Dieser Leitfaden bietet eine einfache Einführung in die Welt der Wallboxen und hilft dabei, die die optimale Lösung für Ihr Zuhause zu finden.

Wichtige Kriterien beim Kauf einer Wallbox

Beim Kauf einer Wallbox sind neben der Ladeleistung und Kompatibilität mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Dazu zählen vor allem die Kosten. Der Anschaffungspreis einer Wallbox variiert je nach Hersteller und Modell. Bei Wallboxdiscounter und anderen Anbietern gibt es je nach Qualität Ausführungen in unterschiedlichen Preisklassen. Hinzu kommen die Installationskosten, die je nach örtlichen Gegebenheiten und benötigter Kabellänge variieren. Auch der Anschluss ans Stromnetz kann zusätzliche Kosten verursachen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn eine Erhöhung der Anschlussleistung oder eine Anpassung der Hausinstallation erforderlich ist.

Es lohnt sich, Angebote einzuholen und zu vergleichen sowie mögliche Fördermittel zu prüfen, um die Gesamtkosten zu optimieren. Dabei sollten auch technische Features wie Ladezeitsteuerung, Überwachungsmöglichkeiten und Sicherheitsaspekte beachtet werden. Die folgenden Fragestellungen helfen dabei, die richtige Wallbox zu finden.

Wer ist qualifiziert, eine Wallbox sicher zu installieren?

Die Installation einer Wallbox sollte aus Sicherheitsgründen von einem qualifizierten Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Wallboxen operieren oft mit einer hohen Spannung von bis zu 400 Volt, die bei unsachgemäßer Handhabung tödliche Folgen haben kann.

Zu den gesundheitlichen Risiken kommen auch noch potenzielle versicherungstechnische Probleme bei einem Unfall, falls die Installation nicht fachgerecht erfolgt ist. Die Fachkenntnis eines Elektrikers gewährleistet, dass die Wallbox korrekt an das Stromnetz angeschlossen wird und den geltenden Sicherheitsvorschriften entspricht.

Welcher Steckertyp für das Auto: Typ 1 oder Typ 2?

Die Wahl des richtigen Steckertyps ist entscheidend für die Kompatibilität zwischen Elektrofahrzeug und Wallbox.

Typ 1, auch als Yazaki bekannt, ist ein einphasiger Stecker, der hauptsächlich in älteren oder importierten Fahrzeugen aus Amerika und Asien zu finden ist. Typ 2, bekannt als Mennekes, ist in Europa weit verbreitet und unterstützt sowohl einphasiges als auch dreiphasiges Laden. Beim Kauf einer Wallbox ist es wichtig, den passenden Stecker für das eigene Fahrzeug zu wählen. Informationen direkt beim Fahrzeug oder das Handbuch geben in der Regel Auskunft über den benötigten Steckertyp. Einige Fahrzeuge werden auch mit Adaptern geliefert, um die Flexibilität bei der Nutzung verschiedener Ladestationen zu erhöhen.

Ist die Netzversorgung am Standort 1- oder 3-phasig?

Die Art der Netzversorgung am Standort ist ein wesentlicher Faktor für die Installation einer Wallbox.

In Europa ist die häusliche Stromversorgung typischerweise entweder einphasig oder dreiphasig. Einphasige Netze liefern in der Regel bis zu 7,4 kW, während dreiphasige Anschlüsse bis zu 22 kW oder mehr ermöglichen können.

Die Kenntnis der vorhandenen Netzkapazität ist entscheidend, um eine Wallbox zu wählen, die maximale Ladeeffizienz bietet, ohne dabei die Sicherheit des Hausnetzes zu gefährden.

Wer zu diesen Themen kein Know-how hat, sollte zur Sicherheit einen qualifizierten Elektriker konsultieren, um die Netzkapazität zu überprüfen und zu beurteilen, ob eine Aufrüstung oder Anpassung erforderlich ist. Diese Information hilft dabei, die richtige Entscheidung für eine Wallbox zu treffen, die den Ladebedürfnissen entspricht und gleichzeitig mit der Hausinstallation kompatibel ist.

Wie beeinflusst die Ladeleistung des Autos die Auswahl der Wallbox?

Bei der Auswahl einer Wallbox ist die Ladeleistung des Autos entscheidend. Ein Ladegerät kann das Fahrzeug nur bis zu dessen maximaler Ladekapazität aufladen.

Wenn ein Auto beispielsweise nur bis 11 kW laden kann, bringt eine 22 kW Wallbox keinen Geschwindigkeitsvorteil beim Laden. Daher ist es wichtig, das schwächste Glied in der Kette – in diesem Fall die Ladekapazität des Fahrzeugs – zu berücksichtigen.

Obwohl ein leistungsstärkeres Ladegerät für das aktuelle Fahrzeug möglicherweise keinen unmittelbaren Vorteil bietet, kann es dennoch eine zukunftssichere Investition sein, falls das nächste Elektroauto eine höhere Ladeleistung unterstützt. Das ist insbesondere bei Angeboten wie etwa Elektroauto-Abos empfehlenswert.

Die Wahl sollte deshalb auf einer Abwägung zwischen den aktuellen Bedürfnissen und potenziellen zukünftigen Anforderungen basieren.

Was bringt der dynamische Lastausgleich bei Wallboxen?

Bei großen Energieverbrauchern im Haus wie beispielsweise Klimaanlagen oder Kochfelder, ist es ratsam, den Kauf einer Wallbox mit dynamischem Lastenausgleich in Erwägung zu ziehen.

Denn diese Technologie passt die Ladeleistung der Wallbox an den aktuellen Energieverbrauch im Haus an, um eine Überlastung des Stromnetzes zu vermeiden. Der dynamische Lastausgleich sorgt somit für eine sichere und effiziente Nutzung des Stroms und ermöglicht es, das Elektrofahrzeug parallel zu anderen hohen Energieverbrauchern zu laden, ohne dabei das häusliche Stromnetz zu überlasten.

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Bei großen Energieverbrauchern empfiehlt sich eine Wallbox mit dynamischem Lastenausgleich.

Sind am Standort Solarzellen oder Windräder vorhanden?

Wenn am Standort Solarzellen oder Windräder vorhanden sind, bieten Wallboxen wie die Zappi V2.1 die Möglichkeit, das Elektroauto mit selbst erzeugter Energie zu laden.

Diese Wallboxen sind darauf ausgelegt, erneuerbare Energiequellen zu integrieren und können auch mit dynamischen Energieverträgen umgehen.

Durch die Nutzung von Solarenergie oder Windkraft für den Ladevorgang wird das Elektroauto noch umweltfreundlicher betrieben. Diese Wallboxen optimieren den Energieverbrauch und unterstützen eine nachhaltige Mobilität, indem sie die lokal verfügbaren erneuerbaren Energien effizient einsetzen.

Plug & Charge oder App-gesteuertes Laden?

Beim Plug & Charge-Laden beginnt das Auto automatisch zu laden, sobald es an die Wallbox angeschlossen ist. Das ist eine einfache und besonders unkomplizierte Methode.

App-gesteuerte Wallboxen bieten hingegen zusätzliche Funktionen: Nutzer können den Ladevorgang über eine Smartphone-App steuern, überwachen und anpassen. Dazu gehört zumeist die Möglichkeit, Ladezeiten zu planen, den Energieverbrauch zu analysieren und die Ladeleistung zu regulieren.

Die Wahl hängt vor allem von den persönlichen Präferenzen und dem gewünschten Komfortniveau ab. App-gesteuertes Laden bietet mehr Flexibilität und Kontrolle, während Plug & Charge für Nutzer geeignet ist, die eine einfache, direkte Lösung bevorzugen.

 

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