Durch die gravierende Covid-19 Pandemie kam es in den letzten Wochen zu nie dagewesenen Marktturbulenzen in fast allen Märkten.

  • Rückgang der Online-Nachfrage nach Nutzfahrzeugen folgt V-Kurve
  • Nicht alle Fahrzeugsegmente sind gleich stark betroffen
  • Erholung der Nachfrage zeichnet sich bereits ab
  • Online-Angebot nimmt zu

Die öffentlich verfügbaren Barometer der Ökonomie lassen diese Ausnahmesituation klar erkennen. Das Internet und vor allem die nachgefragten Themen des Netzes geben in real-time die Lage einer Gesellschaft wieder. Wenig überraschend ist es daher, dass die FAZ als Vertrauensmedium in unsicheren Zeiten 80% mehr digitale Zugriffe verbuchen kann.

Als große europäische Plattform für Nutzfahrzeuge mit einer breiten Abdeckung von Fahrzeugkategorien ist TruckScout24 ein zentraler Vermittler von gebrauchten Anlageobjekten für die Logistikbranchen, Bau- und Landwirtschaft und Transporter für Handwerk und Gewerbe. Zusätzlich gibt es ein breites Angebot an Wohnwagen und -mobilen. Die Daten der Zugriffe auf TruckScout24 entsprechen mit durchschnittlich 2 Mio. Nutzern pro Monat einem repräsentativen Abbild dieser Fahrzeugkategorien.

TruckScout24 hat auf Grundlage ihres Webseiten Traffics untersucht, wie sich die Online-Nachfrage nach Nutzfahrzeugen in Europa in Zeiten der Corona-Krise entwickelt hat. „Traffic“ bezieht sich hierbei auf die Nutzer, die direkt oder über Suchmaschinen auf TruckScout24 gelangt sind. Nutzer, die über bezahlte Kanäle oder Partnerschaften auf TruckScout24 gelangen, wurden explizit nicht berücksichtigt. Die Daten wurden aus Google Analytics exportiert.

Der Untersuchungszeitraum beträgt die Kalenderwochen 10 bis 14 des Jahres 2020. Berücksichtigt wurden dabei die Länder Deutschland, Spanien, Italien und Niederland, die explizit erwähnt werden. Daten von u.a. Frankreich, Schweiz, Belgien, Österreich, Großbritannien sind ebenfalls in den globalen Daten enthalten, wurden jedoch nicht explizit erwähnt, da Sie sich innerhalb der hervorgehobenen Trends bewegen. Die nachfolgenden Zahlen in Text und Grafik beziehen sich stets auf einen Vergleich zur Vorwoche (WoW) im angegebenen Zeitraum, sofern nicht anders beschrieben. Die Untersuchung soll weiteren Marktteilnehmern einen Überblick über die Nachfrage-Entwicklung der Nutzfahrzeug-Branche geben und Trends sichtbar machen.

Entwicklung der Nachfrage nach Nutzfahrzeugen in Europa in der Corona-Krise: Chronologie anhand von Traffic-Daten (WoW)

Grafik1

Die europaweiten Auswirkungen der Corona-Krise auf die Online-Nachfrage nach Nutzfahrzeugen verschärfen sich deutlich in den ersten beiden Märzwochen. Während Italien mit -32 % und Spanien mit -25 % bereits in der ersten Woche erhebliche Traffic-Verluste verzeichnen, zeigen sich die verheerenden Auswirkungen der Corona-Krise in Deutschland und seinen Nachbarländern erst in der zweiten Woche: -28 % weniger Nachfrage im Vergleich zur Vorwoche aus Deutschland, die Niederlande verlieren -32 % an Traffic.

Gleichzeitig entspannt sich die Lage in Südeuropa: Spanien mit nur noch -11 % Verlust, Italien verzeichnet sogar +5 % an Traffic im Vergleich zur Vorwoche. Bereits in KW 13 und 14 erholt sich der Nachfrage-Einbruch deutlich in allen Ländern. Die Nachfrage steigert sich in KW 14 um bis zu 17 % im Vergleich zur Vorwoche. Für Frankreich, Belgien, Österreich und Schweiz sind die Traffic-Auswirkungen bisher weniger intensiv ausgefallen, daher tauchen keine separaten Werte auf.

Die Länder folgen jedoch dem allgemeinen EU Trend.

Entwicklung der Nachfrage über einzelne Nutzfahrzeugsegmente bzw. Fahrzeugkategorien

Grafik 2

Besonders stark wirkt sich die Krise auf die Nachfrage nach Transportfahrzeugen aus. Mit insgesamt -35 % Traffic-Verlust (KW 10 – KW 14) sind Transporter die aktuell größten Verlierer auf dem Nutzfahrzeugmarkt. Gleichzeitig gibt es im Segment für Transporter / Leichte Nutzfahrzeuge in den Vergleichswochen 6% mehr Anzeigen. Jedoch sind nicht alle Fahrzeugkategorien gleich stark betroffen. Während Bau- und Landmaschinen insgesamt keinen signifikanten Traffic-Einbruch verzeichnen, steigt die Online-Nachfrage nach Landmaschinen innerhalb einer Woche (KW 12-13) sogar um +34 % und steigert in KW 14 somit das Nachfrage-Wachstum von insgesamt +21 % im Vergleich zu KW 10.

Die aktuellen Zahlen (KW 13 & 14) verdeutlichen: nach rapidem Einbruch folgt rapides Wachstum.
KW 13: Italien steigert die Nachfrage im Vergleich zur Vorwoche um +24 %, Deutschland um +18 %, die Niederlande um +19 %. (Grafik 1).
KW 14: Niederlande +11 %, Spanien +12 %, Deutschland +17 %. Nur in Italien fällt die Online-Nachfrage um wenige -3 % (Grafik 1).
Auch in allen Fahrzeugkategorien hat sich die Online-Nachfrage bereits nach 2 Wochen erholt. Die Prognosen deuten, gemäß dem V-Szenario, auf eine weitere Erholung der Nachfrage in den kommenden Wochen und Monaten hin (Grafik 2).

Fotos: TruckScout24

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