Eine gut vorbereitete Fahrt beginnt nicht mit dem Starten des Motors, sie beginnt bereits beim Packen. Legt man nämlich längere Strecken zurück, insbesondere ins Ausland, steht man im Fall einer Panne oft ohne schnelle Hilfe da. Der Kofferraum wird in solchen Momenten zur Lebensversicherung, zumindest dann, wenn sich darin die richtigen Hilfsmittel und Ersatzteile befinden.
Diese Ersatzteile gehören ins Auto
Ist man mit älteren Fahrzeugen unterwegs oder plant man Reisen durch ländliche Gebiete, ist es sinnvoll, grundlegende Ersatzteile mitzuführen. Dazu zählen unter anderem Ersatzlampensets, die in Ländern wie Kroatien und Slowenien verpflichtend sind. Aber auch ein Sortiment an Ersatzsicherungen hilft bei Problemen mit der Fahrzeugbeleuchtung oder Bordelektronik schnell weiter.
Ein Reifen-Reparaturset oder ein vollständiges Reserverad mit Wagenheber und Radschlüssel sorgt dafür, dass selbst bei einem Reifenschaden die Fahrt nicht zwingend endet. Ein Liter Motoröl im Gepäck hilft bei Ölverlust oder wenn im Laufe der Fahrt Nachfüllbedarf besteht (speziell auf langen Strecken und mit älteren Fahrzeugmodellen ist das keine Seltenheit). Kühlflüssigkeit sollte ebenfalls nicht fehlen, sodass im Ernstfall bei sommerlichen Temperaturen oder bei Stop-and-go-Verkehr ein Hitzestau im Motorraum vermieden wird. Selbst neue Wischerblätter machen auf einer langen Fahrt, zum Beispiel im Verlauf eines Roadtrips, einen Unterschied, insbesondere bei wechselhaftem Wetter.
Autofahrer sollten sich also einen Überblick über sinnvolle und nützliche Kfz-Ersatzteile verschaffen, um festzustellen, welche Komponenten sich je nach Fahrzeugmodell und Reiseart anbieten.
Praktische Helfer für Pannen und Notfälle
Nicht jedes Problem lässt sich mit Ersatzteilen lösen. Wenn die Batterie versagt, sind Starthilfekabel oder eine Powerbank mit Startfunktion gefragt. Auch ein Abschleppseil ist auf entlegenen Strecken oft die einzige Möglichkeit, sich selbst oder andere aus der potenziellen Gefahrenzone oder aber in die nächste Werkstatt zu bringen.
Kompakte Multitools oder Werkzeugsets leisten schnelle Hilfe, wenn etwas klemmt, schleift oder wackelt. Für Sicht und Sicherheit bei Dunkelheit sorgt eine robuste Taschenlampe, idealerweise aufladbar über USB oder Solarzelle. Faltkanister für Wasser oder Notbenzin gehören ebenfalls zur sinnvollen Bordausstattung, vor allem bei Reisen durch Regionen mit wenigen Tankstellen. Ein Paar Handschuhe und ein Lappen machen das Anfassen heißer oder schmutziger Teile einfacher und sicherer.
Welche Sicherheitsausrüstung mit an Bord gehört
In Deutschland ist es vorgeschrieben, mindestens eine Warnweste im Fahrzeug mitzuführen. In anderen europäischen Ländern greifen stellenweise strengere Regelungen und es muss zum Beispiel oftmals für jede im Fahrzeug befindliche Person eine eigene Weste vorhanden sein.
Ein Erste-Hilfe-Set ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und im Fahrzeug mitzuführen. Bei einem Unfall zählt schließlich jede Minute und eine gut ausgestattete und zugängliche Notfallausrüstung ist mitunter lebensrettend, bevor Rettungskräfte eintreffen. Das Set sollte unbedingt vollständig und das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten sein, da bestimmte Inhalte wie sterile Kompressen oder Verbandmaterial mit der Zeit unbrauchbar werden. Auch im Ausland wird auf ein aktuelles Erste-Hilfe-Set geachtet. Behörden legen großen Wert auf die Mitführung und prüfen diese im Rahmen von Verkehrskontrollen regelmäßig.
Hinweis: In mehreren osteuropäischen Ländern gehört zudem ein Feuerlöscher zur empfohlenen Ausstattung. Dieser ist kein Muss, aber ein sinnvoller Zusatz bei Fahrten ins Ausland.
Richtiges Packen spart Nerven
Eine clevere Beladung des Kofferraums spart Platz und vor allem Zeit in kritischen Situationen. Schwere Gegenstände gehören darum möglichst weit nach unten und nahe an die Rücksitzlehne, sodass sie bei einem Aufprall nicht zum Risiko werden. Notfallausrüstung sollte so verstaut sein, dass sie nicht unter Taschen oder Koffern verschwindet und Klett- oder Spanngurte verhindern, dass sich die Ladung auf der Fahrt verschiebt. Auch bei voller Beladung bleibt so der Zugang zu wichtigen Tools und Sicherheitsmitteln gewährleistet.
Pflichten im Ausland
Nicht alle gesetzlichen Vorgaben gelten europaweit einheitlich. In Spanien sind zum Beispiel zwei Warndreiecke Pflicht. Das gilt zwar nur für im Land gemeldete Pkw, damit aber auch für Mietwagen. Folgende Mitführpflichten gelten darüber hinaus für Autofahrer in Europa.
| Ausrüstung | Pflicht | Besonderheiten / Länderhinweise |
| Warnweste | Mitführpflicht: Ja Tragepflicht bei Unfall/Panne außerhalb des Fahrzeugs |
Tragepflicht z. B. in Polen, Slowakei, Ungarn außerhalb von Ortschaften |
| Warndreieck | Fast überall Pflicht | 2 Warndreiecke Pflicht in: – Türkei (generell) – Slowenien, Kroatien bei Gespannen – Spanien (nur für im Land zugelassene Pkw, also auch Mietwagen) |
| Verbandszeug | In den meisten Ländern Pflicht | Keine Pflicht in Italien, Frankreich, Spanien, Schweiz |
| Ersatzlampenset | In manchen Ländern Pflicht | Pflicht in Kroatien und Slowenien. Keine Pflicht bei Xenon-, LED- oder Neon-Leuchten. Empfohlen bei Lichtpflicht am Tag. |
| Feuerlöscher | In einigen Ländern Pflicht | Pflicht in Bulgarien, Litauen, Rumänien. Nur für einheimische Fahrzeuge in Estland, Griechenland, Türkei. |
Möchten Urlauber auf Nummer sicher gehen, informieren sie sich vor Reiseantritt bei Automobilclubs wie dem ADAC oder dem ÖAMTC über die jeweiligen Landesvorgaben. Hierzu zählt unter anderem auch die Vignettenpflicht in Österreich.
Praktische Kleinigkeiten mit großem Nutzen
Kleinigkeiten wie ein Stück Panzerband, Kabelbinder oder ein kleines Notizbuch mit Telefonnummern sind unterwegs überraschend hilfreich. Auch Ersatzbatterien für Taschenlampen oder kleine Powerbanks für Smartphones haben schon so manche Reise gerettet. Ist man mit Kindern oder älteren Personen unterwegs, sollte man zusätzlich an Dinge wie kleine Snacks, Feuchttücher, ausreichend Trinkwasser, eine gut ausgestattete Reiseapotheke und eine Decke denken, da nicht alle Notfälle technischer Natur sind.
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