Deutschland hat über 230 Autohöfe mit rund 2.500 Ladepunkten. Die Infrastruktur ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen, aber sie ist bei weitem nicht einheitlich. Über 80% der Autohöfe verfügen inzwischen über HPC-Parks mit 300-kW-Ladesäulen und vielen Stellplätzen. Andere haben einen einzelnen AC-Ladepunkt neben dem Lkw-Parkplatz. Einige wenige haben noch gar nichts. Welches Ladekabel in den Kofferraum gehört, hängt davon ab, auf welche Situation der Fahrer unterwegs trifft.
Drei Ausstattungsstufen am Autohof
Die Ladeinfrastruktur an deutschen Autohöfen lässt sich grob in drei Kategorien einteilen. Die erste ist der dedizierte Schnellladepark: mehrere DC-Ladesäulen (typischerweise 150 bis 350 kW), CCS-Anschlüsse, Bezahlung per App oder Kartenterminal. Diese Standorte erscheinen in Routenplanern und Fahrzeug-Navigationssystemen. Ionity, Allego, EnBW und Tesla betreiben die meisten davon. Die Kabel sind fest an der Säule montiert, der Fahrer steckt ein und wartet. Eigene Ausrüstung ist hier nicht erforderlich.
Die zweite Kategorie ist der Autohof mit gemischtem Aufbau: ein oder zwei DC-Schnelllader neben mehreren AC-Typ-2-Ladepunkten mit 11 oder 22 kW. Die DC-Säulen übernehmen die schnelle Zwischenladung, aber wenn sie belegt oder außer Betrieb sind, dienen die AC-Ladepunkte als Ausweichmöglichkeit. Dafür muss der Fahrer ein eigenes Typ-2-Ladekabel mitführen, denn AC-Ladepunkte in Deutschland sind nahezu ausnahmslos ohne festes Kabel ausgestattet. Viele E-Auto-Fahrer gehen an diesen Säulen vorbei, weil sie kein Kabel dabeihaben, selbst wenn am DC-Lader nebenan vier Autos in der Schlange stehen.
Die dritte Kategorie ist der Autohof ohne dedizierte E-Auto-Infrastruktur oder mit einem einzelnen AC-Ladepunkt hinter der Tankstelle. Auf den Hauptkorridoren (A1, A2, A3, A5, A7, A9) sind diese seltener, auf Nebenrouten sind sie nach wie vor anzutreffen. Hier ist unter Umständen eine normale Schuko-Steckdose am Hotel, am Restaurant oder auf dem Parkplatz die einzige Option. Ein mobiler Lader, der in eine Schuko-Steckdose passt und bis zu 3,7 kW bei 16 A liefert, macht aus einer solchen Steckdose einen brauchbaren Ladepunkt für die Übernachtung. Wichtig ist dabei, vorab die Steckdose auf sichtbare Beschädigungen und den Zustand der Zuleitung zu prüfen: Alte oder lose Steckdosen können bei mehrstündigem Laden unter voller Last überhitzen.
Wenn DC allein nicht reicht
DC-Schnellladen ist der Standardplan für Autobahnfahrten, und auf den Hauptrouten funktioniert das gut. Wer sich jedoch ausschließlich auf DC verlässt, ist verwundbar. Säulen gehen offline. An Ferienwochenenden bilden sich Warteschlangen. Routen über weniger befahrene Korridore, die A20 entlang der Ostseeküste, die A6 durch Südbayern, ländliche Abschnitte der A4 in Thüringen, können längere Lücken zwischen Schnellladern bedeuten. Auch Umfahrungen bei Stau oder Sperrung führen den Fahrer auf Strecken, die im Routenplaner keinen Schnelllader vorgesehen hatten.
Ein Typ-2-Ladekabel schließt diese Lücke. Die meisten Autohöfe und Raststätten, die überhaupt über Ladeinfrastruktur verfügen, haben mindestens einen AC-Typ-2-Ladepunkt. Bei 11 oder 22 kW ist das kein 20-Minuten-Stopp: 20 kWh bei 22 kW laden dauert knapp eine Stunde. In Kombination mit einer Mahlzeit, einer Ruhepause oder einem Spaziergang bringt das 100 bis 130 km zusätzliche Reichweite, ohne in einer DC-Warteschlange zu stehen. Der Vorteil: Während die DC-Säulen um 12 Uhr mittags auf einem Ferienautohof belegt sind, steht der AC-Ladepunkt daneben in der Regel frei, weil die meisten Fahrer ihn ignorieren. Ein Typ-2-Ladekabel von Voldt® ist IP67-geschützt und für den Einsatz von −30 °C bis +50 °C getestet, was Autobahnbedingungen bei Regen und Kälte abdeckt.
Der Übernachtungsstopp
Langstreckenfahrten beinhalten häufig eine Übernachtung. Das Autohof-Hotel, eine nahegelegene Pension, ein Campingplatz oder eine Ferienwohnung: diese Unterkünfte haben selten Wallboxen oder öffentliche Ladepunkte. Was sie haben, sind Schuko-Steckdosen. Für viele E-Auto-Fahrer, die zum ersten Mal eine längere Strecke fahren, ist die Erkenntnis überraschend: Die Übernachtladung an einer einfachen Steckdose kann die entspannteste und kostengünstigste Art sein, Reichweite zurückzugewinnen.
Ein mobiler Lader mit Typ-2-Ausgang wird in eine beliebige Schuko-Steckdose eingesteckt. Die Voldt® Modelle verfügen über einen Temperatursensor, der bei Überhitzung der Steckdose die Leistung drosselt, und eine einstellbare Stromstärke zwischen 8 und 16 A, sodass der Fahrer die Belastung an die Qualität der jeweiligen Steckdose anpassen kann. Eine Übernachtladung von acht bis zehn Stunden bringt 30 bis 37 kWh, genug für 150 bis 200 km Reichweite je nach Fahrzeug. Der Fahrer startet morgens mit aufgeladener Batterie, ohne vor der Weiterfahrt einen Schnelllader suchen zu müssen. Gerade bei mehrtägigen Reisen mit Zwischenstopps macht der mobile Lader den Unterschied zwischen einer entspannten Weiterfahrt und einem Umweg zum nächsten Schnelllader am frühen Morgen.
Was in den Kofferraum gehört
Für jede Fahrt, die über die Einzelladereichweite des Fahrzeugs hinausgeht, decken zwei Gegenstände jede Ladesituation ab, die am Autohof auftreten kann: ein Typ-2-Ladekabel für öffentliche AC-Ladepunkte und Wallboxen, und ein mobiler Lader für Schuko-Steckdosen an Unterkünften. Zusammen wiegen sie unter fünf Kilogramm und passen in die Kabeltasche neben dem Warndreieck. DC-Schnelllader übernehmen die Hauptetappen der Reise, während das Typ-2-Kabel und der mobile Lader den Rest abdecken. Wer regelmäßig Langstrecke fährt, wird beide Gegenstände nach der ersten Reise dauerhaft im Kofferraum lassen, genauso wie den Verbandskasten und das Starthilfekabel.
Bild: © voldt