Führerschein in der Schweiz – die Besonderheiten im Vergleich zu Deutschland - Bild: © vitaliymateha - stock.adobe.com

Um endlich ohne Eltern motorisiert unterwegs zu sein, brauchst du nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und natürlich in jedem anderen Land auch eine Fahrerlaubnis. Der Erwerb funktioniert ähnlich: Du besuchst eine Fahrschule, absolvierst Theorie und Praxis, nimmst an der Abschlussprüfung teil und dann bekommst du deine Fahrerlaubnis. Aber gibt es eigentlich Unterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland? Wir verraten dir, wie du die Fahrerlaubnis in der Schweiz erhältst.

So läuft der Führerschein in der Schweiz ab

Wenn du dich für den Schweizer Führerausweis entschieden hast, läuft der Weg zum Ziel strukturiert ab, hat aber im Vergleich zum deutschen System einige Unterschiede. Bevor du dich überhaupt zum ersten Mal hinter das Steuer setzen darfst, steht der Nothelferkurs auf dem Programm. In diesem zehnstündigen Kurs lernst du alle wichtigen Grundlagen der Ersten Hilfe, damit du bei Verkehrsunfällen schnell und sicher handelst. Mit der Bestätigung des Kurses, einem Sehtest vom Optiker und dem offiziellen Gesuch um Erteilung eines Lernfahrausweises meldest du dich dann beim zuständigen Straßenverkehrsamt deines Kantons an.

Sobald du die Theorieprüfung erfolgreich hinter dich gebracht hast, gehört dir der Lernfahrausweis. Er berechtigt dich dazu, Lernfahrten zu absolvieren, allerdings nur in Begleitung durch eine Begleitperson, die mindestens 23 Jahre alt ist und schon seit drei Jahren den Führerausweis besitzt.

Hinzu kommt der verpflichtende Besuch des Verkehrskundeunterrichts mit acht Lektionen, der dir das Bewusstsein für Gefahren im Straßenverkehr vermitteln soll.

Parallel dazu nimmst du Fahrstunden bei einem professionellen Fahrlehrer. Am besten wählst du deine Fahrschule lokal. Wenn du zum Beispiel in Wettingen wohnst, sollte auch deine Fahrschule Wettingen als Hauptstadtort haben, sonst hast du zu viele Anfahrtszeiten.

Wenn du ausreichend Praxiserfahrung gesammelt hast und die praktische Prüfung erfolgreich ablegen konntest, bekommst du den Führerschein auf Probe. Dir steht nun eine dreijährige Probezeit bevor, während deren Dauer du noch einen weiteren Kurstag absolvieren musst.

Die größten Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz

Einer der wichtigsten Unterschiede ist das Lernen am Steuer, denn während du in Deutschland Pflichtstunden auf der Autobahn, bei Nacht oder auf Überlandstraßen hast, gibt es in der Schweiz keine vorgeschriebene Mindestanzahl an Fahrstunden. Theoretisch könntest du dich direkt zur Prüfung anmelden, in der Praxis ist das ohne professionelle Betreuung aber unsinnig.

Zudem dürfen Schweizer Fahrschüler private Lernfahrten mit Freunden und Verwandten unternehmen, wenn der Lernfahrausweis vorliegt. Das Auto muss allerdings bei solchen Fahrten mit einem L-Schild gekennzeichnet werden. In Deutschland ist diese Form des Lernens undenkbar und untersagt, hier darfst du nur auf dem Verkehrsübungsplatz ans Steuer.

Kostenpunkt Führerschein – wo ist die Fahrerlaubnis teurer?

Bei den Gesamtausgaben sind die Kosten in der Schweiz höher als in Deutschland, was nicht zuletzt an den höheren Gebühren für die Amtswege und den Gebühren für die Prüfungen und den Verkehrskundeunterricht liegt. Auch die Preise für eine Fahrstunde sind in der Schweiz teurer, allerdings kannst du hier Geld sparen, indem du Fahrschulen gründlich miteinander vergleichst.

Da du private Lernfahrten mit deinen Eltern oder Bekannten unternehmen kannst, lässt sich im Vergleich zu Deutschland mehr Geld sparen. Du bist nicht verpflichtet, praktische Fahrstunden mit einem Fahrlehrer zu absolvieren, ratsam ist das aber schon.

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